Kunstsammlerin: Juliane Schöne

Juliane Schöne ist Kauffrau im Einzelhandel, 1992 geboren und lebt im schönen Koblenz. Wir haben uns mit @sunnyhope_, wie man sie von Instagram kennt, über ihre Tattoos und die Erlebnisse mit ihnen unterhalten… welche leider nicht alle schön waren!

Juliane Schöne / @sunnyhope_

Hey Juliane, erzähl mal: Wie verlief dein erster Tattootermin?

Ich erinnere mich noch sehr genau an meinen ersten Tattoo Termin. Ich bin grade 18 geworden und holte mir den Termin beim örtlichen Tätowierer. Es gab für mich einen Schriftzug als erstes Tattoo, welchen ich bis heute nicht bereue. Was ich allerdings bereue, ist, dass ich mich von diesem Tätowierer hab tätowieren lassen. Da er vorher immer solide Arbeit leistete, dachte ich mir nichts dabei, als meine Zeichnungen mehr oder weniger abgepaust wurden. Er nahm mir ebenfalls die Angst und sagte, dass die Rippen nicht die schönste Stelle wären für ein erstes Tattoo, aber ich würde das durchhalten.

Dann gings auch schon los. Die erste halbe Stunde habe ich mich natürlich nur auf den Schmerz konzentriert! Vom Schmerzempfinden wars auch okay, auch wenn ich das Gefühl hatte, der Tätowierer würde das mit seinem Gewicht nicht noch besser machen. Nach etwa einer Stunde kam man dann locker ins Gespräch und es stellte sich heraus, das der Typ doch nicht ganz so cool war, wie es den Anschein hatte. Er sagte mir durch die Blume, ich könnte mein Tattoo auch für umsonst bekommen – dafür müssten wir nur nach hinten gehen. Für mich war es dann vorbei! Ich hielt die Klappe, war froh als der Schriftzug saß und zischte von dannen. Ich wusste nicht, ob ich was sagen sollte. Ob ich mit der Studioleitung sprechen sollte. Also behielt ich es für mich. Nach ein paar Jahren in meiner Ausbildung erzählte mir dann meine Kollegin, dass sie sich auch von ihm hat tätowieren lassen und er ihr ebenfalls merkwürdige Angebote unterbreitete. Ich weiß, dass er daraufhin das Studio gewechselt hat, um sich selbstständig zu machen. Ich finde, sowas geht gar nicht!!

Juliane Schöne / @sunnyhope_


Nein, sowas geht absolut nicht. Da du uns seinen Namen verraten hast, können wir wenigstens dafür Sorgen, dass er über uns nicht an weitere Kunden kommt. Schrecklich. Dass du solch eine Erfahrung machen musstest tut uns sehr leid. Wie ging es weiter?

Ich wechselte natürlich rasch den Tätowierer und landete dann bei „Pirates Art of Tattoos“ in Borken. Und ich bin – beziehungsweise war – so glücklich, dort gelandet zu sein. Das Team ist der Knaller, sympathisch, authentisch und sauber. Zu den Jungs gibt’s eigentlich nur eins zu sagen: Iron Maiden. Die komplette Truppe war so Iron Maiden verrückt, dass bei meinen Terminen entweder das lief oder Tenacious D. (Die Jungs waren auch immer in Iron Maiden eingehüllt!<3) Und wir alle mitgegrölt haben. Das war wirklich cool. Mein Tätowierer kam ein paar Mal im Jahr aus Spanien zum Gasttätowieren zu den Jungs nach Deutschland und es war cool, denn es entstand eine Art Freundschaft zum Tätowierer.

Also spielt die Entfernung auch keine Rolle für dich?

Da ich die Erfahrung gemacht habe, dass der naheliegenste Tätowierer nicht die erste Wahl sein muss, würde ich jederzeit auch zwei oder drei Stunden, wenn nicht sogar mehr in Kauf nehmen. Für mich bleibt schließlich nicht nur das Tattoo ewig auf der Haut, sondern auch die Erinnerungen, die man mit den Tätowierern geteilt hat. Und wie oben schon beantwortet: Es können sogar Freundschaften entstehen. Außerdem lebt man nur einmal ;). Für mich wäre es das wert!

Juliane Schöne / @sunnyhope_

Was sagt eigentlich dein Umfeld zu deinen Tattoos?

Meine Freunde sind fast alle tätowiert. Und wenn sie nur ein Kleines haben. Auch mein Papa hat viele Tattoos (von ihm habe ich das bestimmt), während meine Mama eine Urlaubserinnerung am Fuß trägt. Meine Schwester ist momentan auch voll im Tattoo-Fieber. Selbst auf der Arbeit gibt es viele Kollegen die tätowiert sind – also stört es sie natürlich auch nicht.

Das klingt nach einem sehr entspannten Umfeld. Musstest du trotzdem mal Erfahrungen mit Vorurteilen machen?

Ja, leider. Mich nervt es, dass man als asozial abgestempelt wird. Dass man nur pöbeln will, nicht freundlich und hilfsbereit sein kann. Dabei sind es nur Tattoos. Wir laufen ja nicht mit Pistolen und Messern durch die Stadt (Okay, höchstens als Motiv auf dem Körper, haha) aber das macht mich doch nicht zu einem schlechteren Menschen!

Juliane Schöne / @sunnyhope_


Ich kämpfe freudig dagegen an: Ich sitze gerne breit grinsend und arsch freundlich (ehrlich gemeint) an der Kasse im Discounter und helfe den süßen Omis beim einpacken oder beantworte Fragen im Markt. Ich war vorher schon ohne Tattoos der freundlichste Mensch auf Erden, habe immer gegrüßt oder wenigstens gegrinst. Und das habe ich immer beibehalten. Vor allem im Kundenkontakt. Ich werde sehr häufig auf meine Tattoos angesprochen, meistens von den süßen Omis, die sagen: „Hach, das sind ja schöne Cartoons auf ihrem Arm!”. Und schon ist das Eis gebrochen, weil sie vorher gesehen haben, dass ich das Wechselgeld immer vorzähle und niemanden betrüge – hehe. Dass ich hier meinen Job genauso gut mache, wie jeder andere auch. Dass ich jeden Kunden wie einen König behandle. Die erstaunten Gesichter sind wirklich witzig manchmal. Und ich glaube der positive Eindruck bleibt bei den Leuten hängen.

Wow, dass finden super. Auch, dass du so offen warst. Vielen Dank für das tolle Interview, Juliane!

Na klar, hab’ ich doch gern gemacht!

Mehr über Juliane Schöne findet ihr in ihrem Fashion-Lifestyle und Fotografie Blog unter https://feuer-fangen.com

Juliane trägt Kunstwerke von Fefe Hindenlang, Inklabs und Deekaytattoo.

Juliane Schöne bei Instagram bei Instragram: