Phil Trettler

Als Phil Trettler 15 Jahre alt war, fand er seine erste große Liebe: den Rock ‘n’ Roll. Zu dieser Zeit besuchte er eine Menge Konzerte und hatte auch selbst eine Band. Da er sich vor allem in der Hardcore, Punk und Metal-Szene Zuhause fühlte, dauerte es nicht lange, bist er dort auch mit Tattoos in Berührung kam. Ein Großteil der Musiker war stark tätowiert und das beeindruckte Phil ziemlich. So kam es dazu, dass er sich mit 17 Jahren sein erstes Tattoo stechen ließ: “Und es war großartig! Also die Erfahrung zu machen, das Tattoo leider nicht so”. Dass er selbst auch einmal tätowieren möchte, war ihm quasi ab diesem Zeitpunkt klar.

Leider wurde auch langsam klar, dass der Traum vom Rockstarsein wohl nur ein Traum blieb und die Band löste sich langsam auf. Von da an konnte Phil die Zeit nutzen, um sich voll und ganz auf sich selbst und seine Ziele zu konzentrieren. So verbrachte er seine Zeit mit dem Verbessern seiner Zeichenskills und sammelte fleißig Tattoos auf seiner Haut. Zu dieser Zeit lernte Phil dann auch seine zweite große Liebe kennen: Tätowierungen. Für ihn drehte sich alles nur noch um Tattoos und Zeichnen und er tauchte immer mehr in die Szene ein. Doch noch stand er vor einem großen Rätsel: Wie sollte er einen guten Ausbildungsplatz finden, sich aber andererseits noch über Wasser halten und seine Miete zahlen können?

Die Reise begann

Einfach auf gut Glück irgendwo eine billige Tattoomaschine zu bestellen, war für ihn keine Lösung: “Ich hatte so viel Respekt vor dem Tätowieren, dass ich auf alle Fälle ne klassische Lehre machen wollte. Eine Maschine auf Ebay zu bestellen oder nen “2 Wochen-2000€-Kack-Kurs” zu machen und danach auf gut Glück und ohne Wissen im Wohnzimmer neben Katzenklo und Chipstüte drauf los zu stechen, kam für mich nicht in Frage. Ich wollte die reale Ausbildung.” Also schrieb er zahlreiche Studios an, doch blieb leider erfolglos, was ihn auf Dauer doch sehr deprimierte.

Zwar hatte er eine abgeschossene Lehre und Abitur, doch ein Studium oder andere Möglichkeiten interessierten ihn nicht. So arbeitete er damals Vollzeit in einem Handyladen und setzte sich am Abend zuhause wieder ans zeichnen. Das lief zwei bis drei Jahre so weiter, bis er eines abends wieder eine Menge Studios anschrieb. Doch auch dort erreichten ihn wieder nur Absagen. Einen Monat darauf erreichte ihn jedoch eine Mail, mit der er nicht gerechnet hatte. Simon Roth aus dem Rothwerk in Eisenstadt schrieb ihm, dass er seine Sachen cool fände und fragte nach, ob Phil bereits einen Ausbildungsplatz gefunden habe. Voller Freude über diese quasi erste Antwort nach fünf Jahren Absagen, antwortete er sofort. Sie kamen ins Gespräch und Phil wurde ins Studio eingeladen, wo er die ganze Crew kennen lernte.

Und so kam Phil nach all der Zeit dann endlich zu seinem wohlverdienten Ausbildungsplatz im Rothwerk. Von diesem Zeitpunkt an machte sein Leben eine starke Wende. Rene, sein damaliger Chef im Handyladen, der auch ein guter Freund und Unterstützer ist, wusste schon lange von Phils Traum. Deshalb hatte dieser auch großes Verständnis, als Phil seinen Job auf Teilzeit reduzieren wollte, um seine Ausbildung zu beginnen. So konnte er zwei Tage die Woche im Handyladen arbeiten und die restlichen fünf Tage im Studio verbringen.

Da es für ihn in dieser Situation unvorstellbar war, sich eine Wohnung leisten zu können, zog er kurzerhand im Studio ein. Und zwar wörtlich: “Simon bot mir ein Zimmer im Studio an, welches ich mir dann klein aber fein eingerichtet hatte. Und ab dann wohnte ich im Rothwerk. So begann meine Ausbildung und es war die schönste und coolste Zeit ever, auch wenn’s hart war, aber das blendet man dann aus. Danke Simon, danke Rene, danke Mama, danke Papa! <3"

Phils Stil

Stilistisch fällt es Phil eher schwer sich irgendwo so richtig einzuordnen, da ihm viele Sachen gefallen: “Das soll jeder für sich selbst entscheiden, was dies nun für ein Stil ist”. Was sich jedoch eindeutig in seinen Werken widerspiegelt ist seine Liebe zum Traditional, fetten Linien und knalligen Farben. Besonders wichtig ist ihm dabei der Wiedererkennungswert: “Ich habe auch immer ganz besonders Tätowierer bewundert, deren Arbeiten du sofort an der eigenen Handschrift erkennst. Ganz egal, in welche Stilrichtung dies fällt. Das war mir immer wichtig und so dürfte sich mein Stil irgendwie entwickelt haben und sich laufend weiterentwickeln. Kunden erzählen mir immer öfter von Begegnungen mit Fremden, dass ihre Tattoos erkannt werden und Leute sagen >Hey cool, das ist ja ein trettlertattoo!< Das find ich cool und da mach ich weiter."

Wo du Phil Trettler findest

Phil Trettler, Tätowierer / Wiener Neustadt / Österreich
Phil findet ihr als Resident Tätowierer im Studio “The Mess” in der Nähe von Wien. Zudem plant er auch einige Conventions in Deutschland zu besuchen und generell ein bisschen mehr on the road zu sein.

Einen Termin bei Phil könnt ihr per Mail vereinbaren. Dort könnt ihr im jederzeit schreiben und könnt zwecks Termin mit einer Wartezeit von circa ein bis zwei Monaten rechnen.

Instagram: instagram.com/trettlertattoos
Mail: trettlertattoos@gmail.com

The Mess
Mittlere Gasse 1
2700 Wiener Neustadt
Österreich

Übrigens: Wenn du noch nie eine/n Tätowierer/in kontaktiert hast, schau doch mal in unseren Artikel “Wie schreibe ich einen Tätowierer an“. Das hilft sowohl dir, als auch dem Artist! :)

Foto: Markus Morawetz