Kunstsammlerin: Amela Saletovic

Heute haben wir uns mit der 30-jährigen Amela Saletovic (einigen wohl eher bekannt als @mademoisellefux) aus Braunschweig unterhalten. Die gelernte Friseurin ist mittlerweile Retail Assistent und hat schon 3 Jahre Erfahrung als Shopmanagerin in einem Tattooshop gesammelt. Heute erzählt sie uns ein bisschen über sich!

Amela Saletovic / @mademoisellefux


Hey Amy, wie bist du zum ersten Mal mit Tattoo in Berührung gekommen?

Ich habe mich als Kind schon immer voll gemalt und mich von den Anderen unterschieden. Eigentlich spielte Musik auch eine ganz große Rolle – die hat mich auf jeden Fall in die Richtung gebracht. Vor allem hat sie meinem Selbstbewusstsein geholfen. Mit 16 Jahren habe ich dann mein erstes Tattoo bekommen. Natürlich hab ich meine Mama so lange bequatscht, bis sie eingewilligt hat und sagte “Du wirst das bereuen”. Im Endeffekt hatte sie recht und ich habe es schon zwei Jahre später bereut – und irgendwann covern lassen. Mittlerweile ist das anders: Jedes Tattoo an mir ist auf seine eigene Art und Weise schön. Ich fühle mich mit jedem Tattoo ein Stück wohler. Man kann schon fast sagen, dass ich mich durch meine Tattoos ausdrücke. Sie zeigen einen Teil meiner Geschichte und was mir wichtig ist, ich erlebt habe oder was ich grade schön und abgefahren finde.

Also lief dein erstes Tattoo nicht so gut?

Leider nein. Bitte seid nicht so voreilig mit Motiven und vor allem mit Tattoostudios. Informiert euch ausreichend über den Tätowierer, wie zum Beispiel über feelfarbig.com. Checkt die Hygienebedingungen, wenn ihr den Shop betretet und schaut euch generell die Arbeiten vorher ganz genau an. Lasst euch nicht von Wartezeiten und Preisen abschrecken! Ich sag immer: Cheap tattoos aren’t good and good tattoos aren’t cheap.

Amela Saletovic / @mademoisellefux

Gute Einstellung. Wurdest du auch schonmal auf einer Convention tätowiert?

Oh ja, auf etlichen. Ist auf jeden Fall eine Erfahrung wert, aber ich muss dazu sagen das es sicherlich nicht für jeden was ist. Man liegt halt auf dem Präsentierteller. Das kann man nicht mit einem Studio vergleichen. Es ist eine völlig andere Atmosphäre.

Gibt es auch Stellen an denen du dich nicht tätowieren lassen würdest? Oder welche Motive gehen gar nicht?

Direkt im Gesicht das ist für mich tabu. Und ich würde mir natürlich niemals etwas aus einem Vorlagenbuch stechen lassen. Tattoos sind Kunst und sollten individuell sein und nicht Google Seite 1. Sie sind Unikate, erzählen Geschichten, Emotionen oder sogar Lebenseinstellungen. Und sie sind Schmuck, den du nie ablegen brauchst und somit nicht verlieren kannst.

Auch Partnertattoos, finde ich voll Okay, solange es keine Namen oder Daten sind. Es sollte was sein, was für sich allein steht und nicht nur zusammen ein Sinn ergibt.

Amela Saletovic / @mademoisellefux


Welche Tattoostile gefallen dir am besten und warum?

Am liebsten mag ich Neotraditionals, Traditionals und Blackwork. Mir gefallen vor allem die ganzen Details und das Extravagante bei Neotraditionals. Ebenso mag ich aber auch den platten “Sticker-Effekt” bei Traditionals.

Welche Erfahrungen hast du bis jetzt mit deinen Tattoos gesammelt?

Als ich vor fünf Jahren meiner Mama mein Tattoo für sie gezeigt habe, hat sie angefangen zu weinen und ist bis heute stolz darauf. Ich muss es immer jedem zeigen, wenn ich zu Besuch bin. Das ist schon süß.

Da die Meisten in meinem Umfeld auch tätowiert sind, falle ich dort nicht wirklich auf. Die Freunde ohne Tattoos haben damit null Probleme. Viele sind sogar extrem neugierig und wollen immer die neusten Tattoo sehen. Meine beste Freundin prahlt sogar immer damit rum, dass sie so eine “coole tätowierte Freundin” hat :D.

Amela Saletovic / @mademoisellefux
Foto: Fräulein Lichtbild, instagram.com/fraeulein.lichtbild

Wurdest du auch schon mit Vorurteilen konfrontiert?

Ach, naja: Die typischen Vorurteile die wir Tätowierten kennen, habe ich auch schon alle durch. Wir sind halt kriminell, asozial und arbeitslos – außerdem werden wir es nie zu etwas bringen. Darüber hinaus sind wir noch unfreundlich und niemals hilfsbereit.

Tattoos machen es einem vielleicht in der Gesellschaft nicht immer leicht, aber damit muss man klarkommen, wenn man sich dazu entscheidet. Allerdings sagen sie halt natürlich rein gar nichts über deine Fähigkeiten oder deinen finanziellen Status aus. Aber wie man das in die Köpfe der Leute bringen soll, weiß ich leider auch nicht wirklich. Ihr macht mir Feelfarbig da schon einen guten Job. Darüber hinaus sollte man einfach dazu stehen, man selbst bleiben und drüber lachen.

Ich persönlich werde aber auch oft positiv überrascht und freundlich auf meine Tattoos angesprochen. Von Jung und Alt. Ich bekomme sogar Komplimente von Kunden, was mich wiederum stolz macht. So viel falsch kann ich ja dann doch nicht gemacht haben.

Nein, dass hast du ganz bestimmt nicht. Danke liebe Amy!

Das war’s schon? :) Ich danke auch!

Amela Saletovic trägt Kunstwerke von Jance Armstrong, Klaus Kummer, Ibi Rothe, Michael Ose und Sascha Friedrich.

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