Kunstsammlerin: Jule Amelie

In der heutigen Kunstsammler-Ausgabe stand uns die liebe Jule Amelie Rede und Antwort. Die 1995 geborene Verwaltungsfachangestellte im Bürgeramt ist gerade von Berlin nach Leipzig gezogen und interessiert sich schon seit ihrer Kindheit für Tattoos. Jule hat Feelfarbig von Anfang an supportet. Es wurde also Zeit, dass wir mal etwas mehr über sie erfahren!

Jule Amelie
Foto: Carolin Kruse, instagram.com/_carolinkruse/


Hey Jule, du interessierst dich also schon seit deiner Kindheit für Tattoos? Wie kam es dazu?

Ja, genau. Seitdem ich 13 oder 14 Jahre alt war, faszinierten mich Tattoos und tätowierte Menschen. Deshalb habe ich regelmäßig meine Mama damit genervt, wann ich denn endlich unter die Nadel dürfe. Zum 17. Geburtstag habe ich dann die Erlaubnis bekommen (unter der Voraussetzung, dass das Tattoo an einer Stelle ist, die man leicht verdecken kann) und einen Rückzieher gemacht. Als das Ziel kurz vor mir lag, hatte ich plötzlich super Angst vor den Schmerzen. Weil ich so ein großer Angsthase bin, habe ich noch 4 Jahre gewartet und mich kurz nach meinem 21. Geburtstag tätowieren lassen.

Und wie war dein erstes Tattoo? Würdest du es dir heute noch einmal genauso stechen lassen?

Ja würde ich definitiv. Es ist ja auch noch gar nicht allzu alt. Ich bin aber froh, letztendlich doch so lange damit gewartet zu haben. Mein Stil hat sich erst in den letzten Jahren entwickelt, ich weiß jetzt, welche Farben und Stile mir wirklich gefallen. Außerdem habe ich mir mit 17 überhaupt keine Gedanken über die richtige Platzierung von Tattoos gemacht. Vermutlich hätte ich mir mit einem Mini-Tattoo eine Stelle verbaut, die ich heutzutage, viel besser zu nutzen weiß. Mein erstes Tattoo ist übrigens das Mandala auf dem Oberschenkel von Ellementaltattoos.

Jule Amelie
Foto: Carolin Kruse, instagram.com/_carolinkruse/

Du hast ja mittlerweile einige Erfahrungen mit Tattoos. Hast du Tipps für Neulinge, die du auch gerne am Anfang gehabt hättest?

Da mein Freund ziemlich tätowiert ist, konnte er mir zum Glück vor meinem ersten Tattoo ein paar Tipps geben und ich gebe sie gerne an euch weiter. :D Ich gehe jetzt mal davon aus dass ihr euch mit dem Tätowierer, dem Motiv und der Stelle schon sicher seid, denn das ist das Allerwichtigste! Man sollte wirklich ausgeschlafen und ausgeruht zum Termin kommen. Ich würde zum Beispiel nie vor einem Termin arbeiten gehen. Ich schlafe aus, gehe duschen, rasiere die Stelle und gehe dann etwas essen. Ausreichend Essen und Trinken sollte man mit zum Termin nehmen – gerade wenn die Sitzung länger dauert. Beim Termin habe ich IMMER Süßigkeiten dabei, das hilft mir, wenn die Schmerzen mal etwas schlimmer werden. Und nach der Sitzung gehe ich noch einmal essen, da ich oft Kopfschmerzen nach dem tätowieren habe. Ihr seht, Essen ist ein enorm wichtiger Bestandteil meiner Tattoorsitzungen.

Ja, das können wir so unterschreiben. Essen ist sehr wichtig! Hast du eigentlich von all deinen Tattoo ein Lieblingsmotiv?

Ich mag zum Glück alle meine Tattoos sehr gerne. Am meisten bedeutet mir wohl mein Harry Potter Sleeve. Ich hoffe, dass wir ihn 2018 beenden können. An dem Arm wurde aber auch am meisten gearbeitet. Die Sitzungen dauern meistens ziemlich lange, da viele Motive aus Dotwork bestehen. Zum Glück verstehe ich mich mit Jonathan, dem Tätowierer, der den Sleeve sticht, echt gut. Da er ein eigenes Atelier hat, schauen wir bzw. wohl eher ich dabei Filme und Serien und können zwischendurch in Ruhe was essen, echt entspannt.

Jule Amelie
Foto: Carolin Kruse, instagram.com/_carolinkruse/


Bist du schonmal weiter gereist für ein Tattoo eines Traumtätowierers?

Bis jetzt war das weiteste Leipzig, von Berlin aus. Da ich aber der Meinung bin, dass es heutzutage super einfach ist, von A nach B zu kommen und Flüge etc. auch nicht wirklich teuer sind, wäre ich bereit europaweit zu reisen und würde das ganze mit einem Städtetrip verbinden.

Und wie siehts in der Zukunft aus? Von welchem Artist wünsch du dir noch ein Motiv?

Mein nächstes Tattoo wird von Maret (@lordenstein_art) sein und ich freue mich total. Ich habe aber auch noch viele andere Ideen im Kopf, die ich in Zukunft umsetzen möchte.

Oh ja, Maret ist verdammt toll! Gibt es denn etwas, was du dir nie tätowieren lassen würdest?

Mein Gesicht bleibt frei. Obwohl so ganz stimmt das nicht. Ich würde mir eventuell Sommersprossen tätowieren lassen, wenn ich jemanden finden würde, der das extrem realistisch kann. Dann müsste ich sie mir nicht immer schminken. :D

Auch Partnertattoos finde ich grundsätzlich schön, solang man nicht sofort erkennt, dass es sich um ein Partnertattoo handelt und es auch alleine noch Sinn ergibt. Wenn man sich trennen sollte, steht das Tattoo ja trotzdem noch für einen Lebensabschnitt.

Jule Amelie
Foto: Carolin Kruse, instagram.com/_carolinkruse/

Zum Schluß noch eine Frage zu Vorurteilen: Wurdest du schon einmal aufgrund deiner Tattoos verurteilt?

Ich muss sagen, dass mir das bis jetzt zum Glück noch nicht passiert ist. Ab und zu gucken besonders ältere Leute etwas komisch, aber das ist mir egal. Auch bei mir auf Arbeit, wo Tattoos ja leider immer noch nicht wirklich angekommen sind, hat bis jetzt keiner was negatives gesagt. Im Gegenteil viele Kunden reagieren super positiv und machen mir Komplimente für die Tattoos. Das macht mich echt glücklich. :)

Das ist doch toll! Vielen Dank für deine Zeit, Jule.

Habe ich doch gern gemacht. Ich freue mich sehr, dass ich bei den Kunstsammlern dabei sein durfte!

Jule Amelie trägt Kunstwerke von Jonathan, Jule Rothe, Elle und Slava Shatovkin.

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Titelfoto: Carolin Kruse, instagram.com/_carolinkruse/