Copycats und was Pablo Picasso wirklich meinte…

Nachdem wir vor einiger Zeit schon einen Tätowierer von Feelfarbig ausschließen mussten, da wir selbst entdeckt haben, dass er andere Werke dreist kopiert hat, ist heute etwas Ähnliches passiert. Wir erhielten eine Nachricht zu einer Tätowiererin, die traurigerweise das Gleiche getan hat. Sie hat ein Tattoo kopiert und gehörte also zu den sogenannten Copycats. Unser Credo hierbei ist eindeutig: Wer kopiert, wird unverzüglich ausgeschlossen. Für immer. Ohne Diskussion. Nicht nur, weil wir es unfassbar unverschämt finden, sondern weil wir eine verlässliche Anlaufstelle sein möchten – gerade für unerfahrene Tattoo-Neulinge.

Wir behaupten nicht, dass wir die besten Tätowierer featuren (denn darüber kann man immer streiten), sondern etwas noch viel Wichtigeres: Wir präsentieren Artists, denen man vertrauen kann. Von der Ausübung des Handwerks, über eine saubere Arbeitsumgebung bis hin zu – und jetzt wird es besonders wichtig – einzigartig entworfenen Motiven. Motive, die entweder als Wannados angeboten werden, oder eben extra für die Kundin oder den Kunden (und nur für die- oder denjenigen!) entworfen wurden.


Es ist Zeit für klare Worte an Copycats

Da wir aber natürlich nicht jedes Tattoo weltweit kennen können, kann es leider zu dem kommen, was heute passiert ist. Wir mussten einen Tätowierer wieder entfernen. Nicht nur von unserer Website, sondern natürlich auch aus allen Kanälen. Das ist nicht nur äußerst zeitraubend und nervig, sondern vor allem ziemlich demotivierend. Zumal wir euch noch nicht einmal nach deutschem Gesetz vor diesen Menschen warnen dürfen. Das macht uns wütend, aber leider sind uns da ziemlich eindeutig die Hände gebunden.

Aus diesem Grund entstand dieser Artikel. Zum einen, um uns für den Fehler in gewisser Weise zu entschuldigen, zum anderen aber auch, um dem ein oder anderen den Kopf zu waschen!

Wir wissen nicht, wie man so dumm und naiv sein kann (wie angekündigt: Es ist Zeit für harte Worte!), einen anderen Artist zu kopieren und dann noch zu glauben, dass dies niemals auffliegen wird. Aber warum man dann auch noch so wahnsinnig ist, sein dreist kopiertes Tattoo ins Netz zu stellen, um es Millionen unter die Nase zu reiben, lässt uns sehr an der Professionalität des jeweiligen “Artists” zweifeln. Liegt es vielleicht an Picassos folgenden Worten?

“Gute Künstler kopieren,
großartige Künstler stehlen.”
– Pablo Picasso


Was Picasso damit meinte

Pablo Picasso
Pablo Picasso. Foto: Argentina. Revista Vea y Lea

Pablo war nicht nur herausragender Maler, Grafiker und Bildhauer aus Spanien, sondern vor allem auch eins: klug. Leider ist es manchmal so, dass kluge Worte nicht von jedem verstanden werden. Somit möchten wir für die Copycats einmal dieses Zitat – welches übrigens auch häufig von Steve Jobs benutzt wurde – beleuchten und die etwas dunkleren Birnen dort draußen mit einer genauen Erklärung erhellen:

Wir fangen mit der ersten Hälfte des Zitats an: “Gute Künstler kopieren“. Was Picasso damit sagen möchte, ist, dass ein guter Künstler rein handwerklich dazu in der Lage ist, das Werk eines Anderen nachzuzeichnen oder zu imitieren. Mehr nicht. Was dabei nämlich verloren geht, ist die Idee dahinter. Das Motiv. Wenn jemand einen anderen Künstler nur kopiert, ist es nichts Anderes als früher in der Schule: Du schreibst ab, kriegst vielleicht solange gute Noten, bis es auffällt, aber verstehst absolut nichts von dem, was du dort geschrieben hast. Du hast schlichtweg den Gedanken dahinter nicht begriffen.

Ein großartiger Künstler – und jetzt kommen wir zum zweiten Teil des Zitats – malt ein Kunstwerk nicht einfach ab. Er lässt sich inspirieren. Er verinnerlicht die Grundidee, erkennt die Liebe dahinter und lässt daraus etwas komplett Neues entstehen. Der Künstler stiehlt lediglich den Geist eines Kunstwerks, um ihm neues Leben einzuhauchen.

Also, liebe Copycat: Denk bitte in Zukunft daran, wenn du das Werk eines Anderen kopieren möchtest: Du bist maximal ein guter Künstler, weil du das Handwerk beherrschst. Aber je mehr du dich damit als großer Tätowierer im Internet feiern lässt, desto tiefer ist auch der Fall, wenn du auffliegst. Und zumindest bei uns ist er für immer.