Deine erste Tattoo Convention:
Das solltest du wissen!

Mit der wachsenden Anzahl von Tätowierern finden auch immer mehr Tattoo Conventions statt. Mittlerweile wird in vielen Großstädten und auch kleineren Städten weltweit eine solche Convention veranstaltet. Dabei unterscheiden sich diese oft stark in ihren Konzepten, der Besucherzahl und auch dem qualitativen Anspruch an die dortigen Tätowierer.

Was ist eine Tattoo Convention?

Eine Tattoo Convention ist eine Art Messe, auf der Tätowierer, zum Teil auch aus dem Ausland, ihre Dienste anbieten. Besucher können sich vor Ort tätowieren lassen und haben so die Chance einen Artist außerhalb seiner üblichen Terminvergabe zu erwischen. Oft wird eine Tattoomesse mit weiteren Themen kombiniert, um ein breiteres Publikum anzusprechen. So gibt es einige Veranstaltungen, die zusätzlich noch Live-Auftritte verschiedenster Art anbieten. Außerdem gibt es häufig noch Stände, die Tattoofarben, Tätowiermaschinen oder Kleidung verkaufen.


Henja Fin auf der Tae Tu 2018
Henja Fin auf der Tae Tu 2018

Wie bekomme ich einen Termin?

In der Regel ist eine Tattoo Convention so gestaltet, dass jeder Tätowierer bzw. jedes Studio einen eigenen Stand hat. Termine werden von vielen Artists vorab vergeben, worüber sie meist auf ihren sozialen Kanälen informieren. Dort könnt ihr den jeweiligen Tätowierer anschreiben und euch einen Termin für die Convention sichern. Doch nicht jeder Artist plant im Vorfeld alle Tage der Convention komplett durch. Einige lassen sich zum Beispiel gezielt einen Tag frei, um selbst über die Convention zu schlendern und Laufkunden zu bedienen. Manche Tätowierer machen sogar gar keine Termine im Vorfeld und bedienen ausschließlich Laufkunden. Darüber sollte man sich im Vorfeld informieren, falls man einen Wunsch-Artist hat.

Wie läuft das Tätowieren ab?

Das Tätowieren an sich ist auf einer Convention generell anstrengender als beispielsweise im Tattoostudio selbst. Abgesehen von dem üblicherweise hohen Lärmpegel, sind die Stände der Artists oft sehr sparsam geplant. So kann es mit Artist, Kunden, Begleitung und Liege schnell mal eng werden. Zudem gibt es natürlich einen konstanten Zuschauerstrom, der das Geschehen auf eurem Körper beobachtet. Viele empfinden das als unangenehm und fühlen sich dadurch beim Tätowieren unwohl. Hinzu können weitere Faktoren kommen wie zum Beispiel spärliche Belüftung der Halle, schlechte Lichtverhältnisse oder plötzliche laute Geräusche. In der Regel kann der Tätowierer mit diesen “Problemen” jedoch gut umgehen und bringt sich zum Beispiel eine eigene Stirnlampe oder Kopfhörer mit. Als Kunde sind diese Faktoren zwar lästig, aber normalerweise erträglich. Sicher ist es im Tattoostudio normalerweise angenehmer, aber wenn besagtes Studio zum Beispiel am anderen Ende der Welt liegt, kann man schon mal ein Auge zudrücken.

Wie sieht’s mit den Preisen aus?

Was zumindest in der Facebook-Kommentarspalte immer wieder für Überraschung sorgt: Trotz circa 10-30 € Eintritt bezahlt man beim Artist für sein Tattoo. Und entgegen der Annahme vieler sind Tätowierungen auf Conventions nicht plötzlich spottbillig. Das ist jedoch völlig berechtigt, da der Artist für seinen Messebesuch Kosten trägt, die er im Studio nicht hätte. So zahlt er neben der Standgebühr natürlich noch für Anreise, Hotel, Abreise und anderweitige Verpflegung. Zudem ist das Arbeiten auf einer Tattoo Convention in der Regel anstrengender und stressiger als im Shop.


Sebastian Reschke und das beste Stand-Banner ever.
Sebastian Reschke und das beste Stand-Banner ever.

Woran erkenne ich einen guten Tätowierer?

Leider ist es ohne vorherige Recherche nicht einfach, einen Tätowierer zu erkennen, der sowohl künstlerisch als auch qualitativ gute Arbeit leistet. So finden sich gerade auf größeren Conventions häufig mal “schwarze Schafe”, die Tattoos kopieren oder Free Fonts anbieten. Davor könnt ihr euch nur schützen, indem ihr euch vorher ausreichend über den jeweiligen Artist informiert. Ein paar Tipps dafür haben wir bereits vor einiger Zeit hier für euch zusammengetragen. Falls ihr euch vorab nicht informiert, sondern lieber auf der Convention selbst umsehen wollt, ist das auch möglich. In der Regel hat jeder Artist neben Wannados nämlich auch ein Büchlein mit Fotos von fertigen Arbeiten ausgelegt. Dort könnt ihr euch einen Eindruck von der Qualität und dem Stil seiner Tätowierungen machen.

Welche Convention ist die richtige für mich?

Da nicht alle Tattoo Conventions das gleiche Konzept verfolgen, muss man auch dort die richtige für sich finden. Die “klassische Tattoo Convention” bietet hunderte Artists, wobei kaum bis gar nicht auf den künstlerischen Aspekt und Qualität geachtet wird. Dort werden häufig auch die standardmäßigen Klischees in das Programm eingearbeitet: Motorräder, Tuning, Poledance, Wrestling, Rockmusik und eigentlich alles, was einem konzentrierten Arbeiten normalerweise entgegenwirkt. Doch auch hier entwickelt sich die Szene weiter und es kommen immer mehr kleinere Conventions hinzu, die teilweise von Tätowierern selbst geplant werden. Gerade diese Messen sind sowohl für Artists als auch Besucher oft angenehmer, da der Fokus dort meist auf dem Tätowieren liegt. Ein Beispiel hierfür ist die “Ink and Ride” in Hamburg, welche von Tätowierer Bernd Muss und seinem Team organisiert wird.

Ink & Ride 2018
Auf der Ink & Ride blickt man auschließlich in freudige Gesichter

Einblick in die Szene

Abschließend lässt sich festhalten, dass eine Tattoo Convention einen guten Einblick in die Szene rund ums Tätowieren bietet. Diese wird von jedem Veranstalter eigens interpretiert und demnach unterscheiden sich die Konzepte der Messen häufig. Während der eine Tattoos eben mit sexy Tänzerinnen und Show-Kämpfen verbindet, sieht der andere eher einen Bezug zum Skaten oder zu Rockmusik.

Welches Konzept einen am meisten anspricht, muss man einfach für sich selbst herausfinden. Darüber könnt ihr euch natürlich vorab auf der Website der jeweiligen Veranstaltung informieren. Zusätzlich könnt ihr euch gegebenenfalls Fotos oder Berichte zur Veranstaltung anschauen und so eine Meinung bilden. Den besten Einblick bekommt ihr jedoch natürlich, wenn ihr eine Convention besucht und dort eure eigene Erfahrung macht. Informiert euch einfach vorab über das Konzept der Convention, plant euren Termin beim Wunsch-Artist und holt euch ein neues Tattoo ab!